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Auf der Suche nach den verborgenen Bibliotheken in den Sondersammlungen der UB Graz: die ehemalige Stiftsbibliothek von Stainz

Der heutige Buch- und Dokumentenbestand der Abteilung für Sondersammlungen an der Universität Graz spiegelt die Frühgeschichte der Universitätsbibliothek wider. Es waren insbesondere die Klosteraufhebungen um die Wende zum 19. Jahrhundert, denen die Sondersammlungen beträchtliche Bestände mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Bücher verdanken.

Gegenwärtig ist die Provenienzforschung in aller Munde – hauptsächlich im Zusammenhang der Rückgabe von Kunstgegenständen und Büchern, die als Nazi-Raubgut bestimmt werden können. Aber es gibt auch eine Provenienzforschung, die nichts mit Restitution zu tun hat. Innerhalb der Handschriftenkunde bedeutet Provenienzforschung zum einen, die Herkunft der Handschriften und ihren Entstehungsort zu ermitteln. In Bezug auf historisch gewachsene Bibliotheken bedeutet Provenienzforschung zum anderen, die Suche nach den Spuren kleinerer Bibliotheken, die in einer großen Bibliothek aufgegangen sind. Jene Spurenlese ist aufwendig und mühsam. Ergebnisse, also die Zuordnung eines Buches zu einer versunkenen Bibliothek, können zumeist über Kataloge (so vorhanden), über handschriftliche Besitzvermerke, Stempel, Supra libros und Ex libris erzielt werden, aber auch über für einzelne Bibliotheken markante Einbände, Rückenschilder und Signaturen. Nachdem wir in unserer Abteilung für Sondersammlungen mehr oder weniger umfangreiche Bestände Dutzender aufgelöster Klosterbibliotheken aufbewahren, hatten frühere Leiter dieser Einrichtung (Maria Mairold und Hans Zotter) damit begonnen, Vorbesitzvermerke in einer Kartothek zu sammeln – insgesamt etliche Hundert Karteikarten.

Das gegenständliche Projekt hat nun eine dieser Bibliotheken ausgewählt, um deren Spuren zu erheben: die ehemalige Bibliothek des Augustiner-Chorherrenstiftes Stainz in der Weststeiermark. Das Kloster wurde im Juli 1785 per Dekret aufgehoben. Im Jahre 1782 zählt die Bibliothek 2.520 Bände, wenig später heißt es, »die Bibliothek ist in gänzlicher Unordnung«, ein Katalog sei nicht vorhanden, »nur ein unverläßliches Repertorium«. Das Zimmer Nummer 35 – der Bibliotheksraum – beherbergt »neben altem Holz ‚Graffelwerch‘ auch alte Bücher, die ‚nur zu verbrennen‘ gehören.« Die abzuliefernden Bücher sollen »in 72 langen Verschlägen« weggebracht worden sein. Was tatsächlich bis nach Graz gelangt, ist ein „kläglicher Rest«. Die höchste bislang in Graz festgestellte Signatur eines Buches Stainzer Provenienz ist »3054«. Das Projekt zur ehemaligen Stainzer Bibliothek hat in einer Revision des Bestandes ca. 300 Titel tatsächlich auf jenes Kloster beziehen können – also knapp 10 Prozent der ursprünglichen Bibliothek. Alle Vorbesitzeinträge sind verzeichnet und photographisch erfaßt (Alexandra Hösele), die Buchtitel sind in Aleph aufgenommen, die Wasserzeichen der Papierhandschriften digitalisiert worden (Ute Bergner).

Ausführende: Ute Bergner (Graz, Leiterin); Alexandra Hösele (Graz) 

VESTIGIA Manuscript Research Centre

Leitung: Univ.-Prof. Dr.

Erich Renhart

Heinrichstrasse 78A/II
A - 8010 GRAZ


nach Vereinbarung

Kontakt

Administratorin
+43-664-1553850
Birgit Roth

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